Girokonten, Girokonto, kostenloses Girokonto

Was ist ein Girokonto?
Unter einem Girokonto versteht man ein Konto, über das der bargeldlose Zahlungsverkehr des Konteninhabers abgewickelt wird. Das Wort "Girokonto" ist aus der italienischen Sprache abgeleitet; "giro" bedeutet "Kreislauf" und "girare" etwa "kreisen lassen". Bargeldlose Verrechnug von Waren und Dienstleistungen lässt sich bereits bis in das frühe Mittelalter nachweisen und antike weltumspannende Handelsrouten lassen vermuten, dass es einen bargeldlosen Zahlungsverkehr bereits in vorantiken Zeiten (in welcher Form auch immer) gegeben haben muss. Die modernen Girokonten hingegen sind seit dem frühen 20. Jahrhundert bekannt.

Girokonten sind heutztage unverzichtbar für jede erwerbsfähige Person: Sogar Empfänger sozialer Leistungen benötigen ein Girokonto, um ihre Leistungen geltend machen zu können. Gerade für Personen mit niedrigem Einkommen ist ein kostenloses Girokonto wünschenswert. Das Girokonto erfüllt im Zahlungsverkehr einer Erwerbsperson die Funktion einer Drehscheibe: Zahlungseingänge aus der Arbeit oder aus Miet- oder sonstigen Einnahmen gehen auf dem Konto ein; Zahlungsausgänge wie Miete, Strom, Krankenversicherung, private Altersvorsorge etc werden vom Girokonto abgebucht. Den übrig gebliebenen Betrag verteilt der Inhaber in der Regel auf andere Anlageformen innerhalb seines Vermögensportfolios.

Die meisten Girokonten sind unverzinst; dort lagerndes Geld ist also nicht gut aufgehoben, da es sich bei einer anderen Anlageform vermehren würde. Die meisten Nutzer von Girokonten belassen daher auf ihrem Girokonto nach Abschluss der Überweisungen lediglich einen Betrag, der für die Eventualitäten des nächsten Monats genügen muss. Darüber hinaus sind Girokonten häufig mit erheblichen Kontoführungsgebühren behaftet, was damit zusammenhängt, dass der kontenführenden Bank ein nicht unerheblicher Aufwand durch die zahlreichen Buchungen entsteht und auf dem Girokonto nicht viel Geld liegt, mit dem die Bank arbeiten kann. Die Führungsgebühren für ein Girokonto können häufig bei € 40 oder darüber p.a. liegen.

Ein kostenloses Girokonto ist für den Kunden also von großem Vorteil und zahlreiche Banken und Geldinstitute bieten dies auch an, doch ist dies häufig an Bedingungen und Risiken gekoppelt, wie die folgenden Abschnitte aufzeigen werden.

Hier Girokonten vergleichen:

Wieso sind Girokonten so verbeitet?
Vor der Einführung von Girokonten für die geamte Bevölkerung herrschte in Deutschland und vergleichbaren Staaten das System der so genannten Lohntüte: Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin ging meist am Freitag auf das Lohnbüro des Arbeitgebers und empfing dort in Bargeld den Wochenlohn. Dieses System ist natürlich umständlich und für den Arbeitgeber mit Kosten verbunden, da er Personal für die Erledigung der Auszahlungen beschäftigen musste. Für die Arbeitnehmer ergab sich zudem die Problematik, wie man im Krankheits- oder Urlaubsfall an sein Geld kommen sollte.

Ein kostenloses Girokonto erfüllt den Zweck der Lohntüte, gibt dem Konteninhaber allerdings wesentlich mehr Flexibilität und Sicherheit. Dass das Wissen um die finanzielle Ausstattung der Bevölkerung an einem bestimmten Werktag in Zeiten der Lohntüte auch diversen kriminellen Aktivitäten Vorschub leistete, sei nur am Rande erwähnt. Ein kostenloses Girokonto ist deutlich sicherer als Bargeld unter dem Kopfkissen und hindert manchen Nutzer auch daran, im Überschwang eines hohen verfügbaren Geldbetrags unüberlegte Dinge zu tun, die man späterhin bereut.

Das Girokonto hat die Bevölkerung von der Notwendigkeit entbunden, größere Anschaffungen an den Tag der Auszahlung zu koppeln und somit eine finanzielle Freiheit ermöglicht, ohne die der heute übliche zeitnahe weltweite Austausch von Waren und Dienstleistungen rund um die Uhr nicht denkbar wäre: Der weltweite Verkehr von Zahlungsmitteln bildet die Grundlage für den für uns heute gewohnten Genuss von Konsumgütern aus aller Herren Länder.

Ein weiterer Vorteil des Girokontos ist die Diskretion: In Zeiten der Lohntüte musst der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin den Arbeitgeber um einen Vorschuss anbetteln, falls der Lohn vorzeitig verbraucht war. In Zeiten des Datenschutzes verwehrt sich die Bevölkerung mit Recht strikt gegen solch tief greifende Einsichten in Privatleben und Konsumverhalten, aus denen der Arbeitgeber dann entsprechende und oft falsche schlüsse ziehen könnte. Ein Girokonto ermöglicht einen diskreten Kredit bis zu einem gewissen Rahmen, so dass niemand im näheren oder weiteren Umfeld von einem finanziellen Engpass erfahren muss.

Wie macht man am einfachsten einen Girokontenvergleich?

Eine unüberschaubare Anzahl von Banken und Kreditinstituten bietet mittlerweile neben dem üblichen Aktiendepot auch Girokonten als Teil ihres Portfolios an. Durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, kann man rund um die Welt ein kostenloses Girokonto eröffnen und betreiben. Von großer Wichtigkeit ist es also, vor Abschluss eines Vertrags für ein Girokonto zu vergleichen, welcher Anbieter die günstigsten Konditionen offeriert.

 

Die Eröfnung eines Girokontos ist ein wichtiger Vertragsabschluss und sollte daher einen möglichst umfangreichen Vergleich vor sich ziehen. Im Internet kann man über die Websites der jeweiligen Banken oder Kreditinstitute die jeweiligen Konditionen des Girokontos erfahren und diverse Testberichte zu den jeweiligen Produkten einlesen. Dies ist vor allem wichtig, um sich vorab zu informieren, welches Institut ein kostenloses Girokonto anbietet. Internet-Vergleiche sind allerdings mitunter stark eingefärbt von Interessen diverser Anbieter, da man damit rechnen sollte, dass die Seite von einer bestimmten Stelle finanziert wird und damit das Testergebnis nicht immer der Realität entspricht.

 

Eine neutrale Bewertung verschiedener Girokonten erhält man über Einrichtungen wie die "Stiftung Warentest", die unabhängige Gutachten erstellen und veröffentlichen. Auch verschiedene Verbraucherschutzverbände können hier von Nutzen sein. Speziell in der heutigen Zeit scheint allerdings ein persönliches Gespräch mit einem Berater der eigenen Bank und hernach mit einem Berater der für die Eröffnung eines neues Kontos in Erwägung gezogenen Bank zu sein: Auch Girokonten und deren Vorteile und Kosten werfen für den Nutzer mitunter Fragen auf, die sich besser in einem Gespräch denn in einer unpersönlichen Allgemeininformation klären lassen.

 

Auch ist die Verfügbarkeit eines persönlichen Ansprechpartners von hoher Bedeutung, wenn man mit seiner Bank zufrieden sein möchte. Gerade die momentan grassierende und noch immer nicht ausgestandene Banken- und Finanzkrise macht deutlich, dass scheinbar lukrative Angebote, speziell bei ausländischen Banken, mit unübersehbaren Risiken verbunden sein können. Dennoch sollte  man immer auch auf die Kosten schauen - besonders Banken aus dem Inland, die als Direktbanken aufgestellt sind, bieten sehr lukrative Girokonten an. Ein umfassender Girokontenvergleich sollte also alle drei Optionen beinhalten.

 

Auf welche Klauseln muss man beim kostenlosen Girokonto achten?
Wenn man ein kostenloses Girokonto eröffnet, ist der entsprechende Vertrag generell mit verschiedenen Klauseln versehen. Diese Klauseln betreffen in der Regel den monatlichen Zahlungseingang und die vertragliche Laufzeit sowie die Modalitäten betreffend der Verfügbarkeit des Geldes an unterschiedlichen Auszahlungsstellen.
Wie erwähnt sind Girokonten in der Regel nicht gebührenfrei.

Bei größeren einheimischen Banken ist ein kostenloses Girokonto meist mit einem monatlichen Mindestzahlungseingang verbunden, der in der Regel etwa bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen liegt. Speziell für selbstständige Personen, die häufig wechselnden Einkünften unterworfen sind, ist es wichtig, ein Girokonto zu eröffnen, das einen Jahres-, nicht aber einen festen Monatsumsatz vorschreibt, um kostenfrei betrieben werden zu können.

Es gibt Geldinstitute, die die Altschulden eines womöglich gekündigten Girorkontos einer anderen Bank übernehmen und dennoch einen Dispositionskredit zur Verfügung stellen. Die jüngste Vergangenheit zeigt, dass solche Angebote eher vorsichtig zu betrachten sind.

Wer ein Girokonto unterhält, kann damit jederzeit über Geld verfügen. Wichtig ist hier, dass je nach Institut die Nutzung der Geldautomaten fremder Institute unterschiedlich hohe Gebühren verursachen kann. Ein kostenloses Girokonto, das nicht über ein umfassendes Netz kostenfreier Automaten verfügt, kann daher teuer kommen, da sich die Nutzung eines "Fremdautomaten" auf bis zu 5 % des abgehobenen Betrages belaufen kann. Verschiedene große Geldinstitute sind in Gruppen zusammen geschlossen, die es ermöglichen, auch bei einem Automaten einer anderen Bank kostenfrei Bargeld abzuheben.

Als Beispiel sei hier die "Casch Group" genannt, die einen Zusammenschluss der größten deutschen Banken darstellt und es dem Kunden ermöglicht, auch in den entlegensten Winkeln der Republik Geld abzuheben.

Wichtig ist bei Girokonten auch der Zinssatz für einen Dispositionskredit. Wenn man das Girokonto überzieht, können je nach Vertrag vollkommen unterschiedliche Gebühren und Zinssätze auftreten.

Zinsen auf Geld auf einem Girokonto sind eher die Ausnahme und sind dann meist mit einem festen Einlagebetrag verbunden. Auch hier sollte man die unterschiedlichen Angebote vergleichen.

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