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Die Goldrallye ist wohl schon zu Ende - warum es sich jetzt wohl nicht mehr lohnt in Gold zu investieren

Es ist nicht alles Gold was glänzt

30.11.2011: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“ So beschrieb Goethes Gretchen im „Faust“ eine Goldmanie, die bei den alten Ägyptern begann und bis heute anhält. Während das Gold für die alten Ägypter jedoch Teil des Fleisches der Götter war, gilt es bei heutigen Anlegern häufig einfach als „sicherer Hafen“.

 

Doch ist es das wirklich? Besonders in Krisenzeiten wird der Goldkauf, insbesondere der Kauf physischen Goldes, stets zur idealen Anlage hochstilisiert, doch zeigt ein genauer Blick, dass zumindest in der aktuellen Phase eine Anlage in Gold wenig lohnenswert erscheint.

Kaufkosten

Wer physisches Gold erwirbt, muss zunächst hohe Kaufgebühren von durchschnittlich zwischen sieben und neun Prozent des Materialwerts akzeptieren. Dabei gilt: Je niedriger der Wert des gekauften Goldes, desto höher die relativen Kaufkosten. Diese fallen sowohl für den Goldkauf beim Spezialhändler als auch bei einer Bank an. Selbst bei vermeintlich günstigen Goldautomaten, seit einigen Monaten unter dem Motto „Gold to Go“ aufgestellt, gelten vergleichbar hohe Gebührensätze. Da hier die Mindestabgabemengen sehr klein sind, fallen mitunter sogar Preisaufschläge von bis zu 30 Prozent an.

 

Laufende Kosten

Wer die Anfangsinvestition beim Goldkauf getätigt hat, sieht sich weiteren Kosten gegenüber: Das physische Gold muss sicher gelagert werden. Hierfür kann natürlich ein Tresor daheim herhalten, doch nicht jeder hat einen solchen zuhause. Als Alternative bleiben die Verwahrung im Rahmen spezieller Goldkonten oder ein Schließfach bei der Bank. Für beide Varianten fallen monatliche Gebühren an, so dass selbst stabile Goldkurse zu Verlusten führen.

 

Fehlende Erträge

Anders als die Anlage in Wertpapieren oder Banksparprodukten müssen Anleger bei der Investition in physisches Gold zudem auf laufende Erträge verzichten. Die fehlenden Erträge machen den Goldkauf zu einer reinen Wette auf Kurssteigerungen.

 

Hoher Kurs

Wer diese Wette vor Jahresfrist eingegangen ist, dürfte angesichts eines stolzen Kursplus von 20 Prozent seine Kaufgebühren und die laufenden Lagerkosten mehr als eingespielt haben. Auf 5-Jahres-Sicht verdreifachte sich der Edelmetallkurs gar. Aktuell notiert der Goldpreis allerdings nur rund 7 Prozent unterhalb der historischen Höchststände aus dem Sommer 2011. Angesichts solch hoher Kurse sind bei einem Goldkauf zum aktuellen Preis weitere Kursanstiege alles andere als selbstverständlich. Zumal die Aussage „Gold wird immer hohen Wert haben“ doch mit einem zumindest kleinen Fragezeichen versehen werden muss. Denn dieser Wert wird letztlich von der internationalen Nachfrage des Schmuckgewerbes und der verarbeitenden Industrie bestimmt. Ob hier langfristig nicht andere Metalle dem Gold den Rang ablaufen könnten, vermag heute niemand vorherzusagen.

 

Kursschwankungen

Die im Sommer erzielten Rekordkurse hielten nur kurz, anschließend stürzte der Kurs innerhalb weniger Wochen um rund 15 Prozent ab. Diese Kursschwankungen sind charakteristisch für die Entwicklung des Goldpreises. Ein Grund dafür sind Spekulationsgeschäfte internationaler Großinvestoren, die einer geradlinigen Kursentwicklung häufig entgegenstehen.

 

Währungsrisiko

Der zweite Grund für die starken Kursschwankungen ist das dem Goldkurs innewohnende Währungsrisiko. Die „Feinunze Gold“ wird in US-Dollar notiert. Jeder, dessen Heimatwährung aber nicht eben jener US-Dollar ist, muss den Gegenwert des Goldes in die eigene Währung umrechnen. So kann eine gegenläufige Entwicklung des Euro-US-Dollar-Wechselkurses eventuelle Goldpreissteigerungen zunichtemachen. Insbesondere kurzfristige Währungseinbrüche wie die des Euro in Folge der Schuldenkrise können schnell zu deutlichen Kursverlusten führen.

 

Gerade im häufig angeführten langfristigen Anlagehorizont hält das Gold letztlich dem Vergleich mit beispielsweise Aktien nicht stand: So profitierten Aktienanleger in den letzten 30 Jahren von durchschnittlichen Kursanstiegen des DAX von 35 Prozent, während es Goldkäufer in Deutschland auf gerade einmal 5,5 Jahresdurchschnittsrendite brachten. So erscheint ein Goldkauf aus Renditegesichtspunkten gerade zum aktuellen Zeitpunkt wenig lohnenswert.

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