5 Dinge, die Sie über Aktiendepots wissen sollten, bevor Sie eines eröffnen
Zweck eines Aktiendepots
Ein Aktien- beziehungsweise Wertpapierdepot ist ein Konto, über das Wertpapiergeschäfte abgewickelt werden. Ähnlich einem Girokonto, das der Buchung von Zahlungsflüssen dient, erfasst ein Depotkonto Zu- und Abgänge von Wertpapiermengen und führt deren Bestände. Die Papiere werden in der heutigen Zeit nicht mehr im physikalischen Sinne verschoben, sondern ausschließlich durch elektronische Registrierung und Speicherung. Neben Käufen und Verkäufen an den Börsenplätzen ist auch ein Übertrag von Aktien zwischen zwei eigenen Wertpapierdepots möglich. Das aus einem Verkauf von Aktien oder aus einer Dividendenauszahlung erlöste Geld wird nicht dem Depot gutgeschrieben, sondern einem erforderlichen Abrechnungskonto. Dieses wird ebenso für die Bezahlung von Aktienkäufen benötigt.
Depotgebühren
Die Gebühren eines Depots unterscheiden sich in regelmäßige Pauschalkosten und von Transaktionen abhängige variable Gebühren. Kunden von Onlinebrokern steht häufig ein kostenloses Depot zur Verfügung. Entsprechende Angebote sind vor allem für langfristig orientierte Kleinanleger interessant. Aktive Trader dagegen sollten bevorzugt ein Depotkonto mit günstigen Transaktionsgebühren wählen, um die anfallenden Belastungen bei größeren Orderzahlen zu minimieren. Die Höhe dieser Gebühren ist allerdings nicht nur von der Anzahl der Aufträge abhängig, sondern zudem von den gehandelten Volumina. Für die Entscheidung über den preiswertesten Depotanbieter ist entsprechend auch der Kapitalspielraum des Anlegers relevant.
Einrichtung eines Depots
Bei einer Filialbank lässt sich ein Aktiendepot unkompliziert im Rahmen eines Beratungsgespräches vor Ort gründen. Ist noch kein Girokonto vorhanden, so kann dieses gleichzeitig miteröffnet werden. Um bei einem Online-Broker Depot und Verrechnungskonto einzurichten, ist zunächst ein Infopaket über einen Email- oder Telefonkontakt anzufordern. Dieses Paket enthält Formulare zur Identifikation und Feststellung der Risikobereitschaft des Anlegers sowie zur Aufklärung über die Geschäftsbedingungen. Die Angaben zur Risikoklasse wirken sich wesentlich auf die Handelsmöglichkeiten des Kunden aus. Anleger der niedrigsten Kategorie werden nicht für Investitionen in Aktien berechtigt. Nach Absenden der Unterlagen erfolgt innerhalb weniger Tage der Erhalt der Zugangsdaten für das Online-Depot.
Depot-Vergleich
Für die Wahl der richtigen Depotbank sind zunächst die Vor- und Nachteile von Filialbanken gegen die der Online-Broker abzuwägen. Einsteiger sehen häufig in der persönlichen Beratung und der Greifbarkeit einer Hausbank ein Plus an Sicherheit für ihre Anlageentscheidungen. Zu beachten ist, dass die Empfehlungen von Kundenberatern nicht immer vollständig objektiv geprägt sind. Häufig stehen die Interessen der eigenen Bank und damit die von dieser ausgegebenen Fondspapiere im Vordergrund. Zudem ist Beratung nicht allein das Privileg von Filialbanken. Auch Online-Institute bieten diesen Service in Form von telefonischem Support und Video-Chat.
Vorteile der Online-Broker finden sich vor allem in ihrer kostenlosen Depotführung, dem größeren Spektrum an handelbaren Investments und in der schnelleren Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Zur Differenzierung der Qualität der Broker gibt es zahlreiche Kriterien. Neben der Preisgestaltung von Transaktionen und dem Beratungsservice sind das Handelsspektrum, das Informations- und Analyseangebot sowie die Verfügbarkeit von Realtimekursen und Intradayhandel von wesentlicher Bedeutung. Ausführliche Depot-Vergleichstests lassen sich auf Internetpräsenzen mit so bezeichneten Depotrechnern vornehmen.
Risiken von Wertpapieranlagen
Durch Geldanlagen in börsennotierte Aktien bieten sich erhebliche Renditechancen, es entsteht aber auch das Risiko, Kapital durch fallende Kurse zu verlieren. Im Vorfeld einer Depotgründung ist es daher ratsam, sich mit dem persönlichen Umgang mit schwankenden Wertbeständen auseinander zu setzen. Neben einem Maß an Risikobereitschaft wird durch sich ändernde Marktsituationen auch Flexibilität in den Investitionsentscheidungen notwendig. Nicht jeder Anlegertyp eignet sich für die Investition in Wertpapiere.
Risiken existieren auch im Umfeld des Online-Brokerage. Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen sich Unberechtigte unter Verwendung von Hackprogrammen und sogenannten Trojanern Zugang zu fremden Konten verschaffen. Diese Gefahr kann durch verschiedene Verhaltensregeln minimiert und durch immer neue Sicherungssysteme der Depotanbieter möglichst verhindert. Dennoch ist es wichtig mit den eigenen Zugangsdaten so sorgsam wie möglich umzugehen.